i'm back! // süßkartoffeln mit orange und angostura.

Manchmal bringen Pausen ja Klarheit. Sie lassen uns Zeit, uns auf das zu konzentrieren, was im Moment wichtig ist. Und so wie die Pause vom Bloggen mir in den letzten - ähm, vielen - Monaten Zeit gegeben hat, mir über die großen privaten Veränderungen klar zu werden, sie zu erfassen und zu einem Teil meines Lebens werden zu lassen, so hat mir die mir von meinem Körper verordnete Zwangspause der letzten Wochen auch etwas klar gemacht: Es wird Zeit, dieses Blog wiederzubeleben. Weil ich das Kochen so sehr vermisse. Das Lesen von Kochbüchern. Das Sich-inspirieren-lassen. Das Probieren, das Experimentieren, das Gutes-noch-ein-bisschen-besser-machen. Und das Fotografieren. Und tatsächlich auch die Möglichkeit, all das zu teilen. Also: Willkommen zurück, obsessed with food. Because I still am. 

Natürlich gibt es niemand anderen, den ich bemühen würde, um meinen Wiedereinstieg in die Welt der Foodbloggerei zu zelebrieren, als den großartigen Yotam Ottolenghi. Also habe ich heute morgen im Bett Vegetarische Köstlichkeiten gewälzt und nach einem Frühstück aus Kaffee to go am Rhein und einem Frozen Soja-Yogurt mit Bananenbrot-Topping (hallo Frühling!) habe ich mich das erste Mal seit langem mit einer Ottolenghi'schen Einkaufsliste auf den Weg gemacht und zu meiner persönlichen Freude dabei die Erfahrung gemacht, dass es doch noch Menschen gibt, die unerschütterlich an das Gute in den Anderen glauben (an dieser Stelle viele Grüße an den netten Obst- und Gemüsehändler, der zwar keine EC-Karte, aber dafür das Versprechen genommen hat, am Montag wieder zu kommen und zu bezahlen). Was auf der Liste stand?

Süßkartoffeln mit Orange und Angostura aus: Yotam Ottolenghi - Vegetarische Köstlichkeiten / Plenty more



 

 

Rezept (für 4 Personen)

  • Saft von 4-5 Orangen
  • 80 g Rohrohrzucker
  • 60 ml Rotweinessig
  • 60 ml Angostura (ich habe etwas weniger hinzugegeben)
  • 1 ½ EL Olivenöl
  • 4-5 Süßkartoffeln, ungeschält, in Spalten geschnitten
  • 2 rote Chilischoten (mittelscharf), längs aufgeschlitzt
  • 3 Zweige Salbei
  • 10 Zweige Thymian
  • 2 Knoblauchknollen, waagerecht halbiert (ich habe frischen Knoblauch benutzt)
  • 90 g Ziegenkäse, zerkrümmelt (hier ersetzt durch Gorgonzola - mir war nach mehr Kontrast!)
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer

Den Ofen auf 220°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
Den Orangensaft in einem kleinen Topf zusammen mit dem Zucker und dem Essig aufkochen. Die Hitze etwas reduzieren und bei mittlerer Hitze sprudelnd einkochen und um etwa die Hälfte reduzieren (dauert ca. 15 - 20 Minuten). Dann Angostura, das Olivenöl und 1 ½ TL Salz hinzugeben.
Salbei und Thymian waschen und trocknen. Die Süßkartoffeln zusammen mit den Chilischoten, den Kräutern, Pfeffer und dem Knoblauch in einer große Schüssel gut vermischen. Dann die Orangensoße hinzugeben und alles gut vermengen, so dass die Süßkartoffeln rundherum mit der Soße mariniert sind. Etwa 5 Minuten ziehen lassen. Ein tiefes Backblech mit Backpapier auslegen und die Süßkartoffeln, Kräuter und Chili darauf verteilen. Ich habe mir die Freiheit genommen, auch noch ein paar Orangenscheiben (für die Optik) hinzuzufügen. Dann alles auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben. Die übrig gebliebene Orangensoße zur Seite stellen. 
Die Süßkartoffeln für ca. 60 Minuten knusprig backen und die Schnitze ca. alle 12 Minuten umdrehen. Dabei immer wieder mit der Soße übergießen oder bepinseln, sodass sie goldbraun karamellisieren. Notfalls lässt sich die Soße mit etwas mehr Orangensaft strecken! Wenn die Süßkartoffeln weich und knusprig (beste Kombination!) sind, aus dem Ofen nehmen und einen Moment abkühlen lassen. Auf einer Platte oder einem großen Teller anrichten und Käse nach Wahl darüberkrümeln (ich könnte mir z.B. auch Feta gut dazu vorstellen!). Schmeckt am besten lauwarm oder bei Raumtemperatur!

Tipp: das Gericht eignet sich im Sommer hervorragend als Beilage und Mitbringsel zum Grillen. Die Aromenvielfalt (süß-salzig-bitter-süß) ist fantastisch!

2 Kommentare:

  1. Schön hier wieder etwas zu lesen!
    Das Rezept klingt und sieht sehr lecker aus. Ist der Likör durch etwas nicht-alkoholisches ersetzbar?
    Herzliche Grüße
    Simone

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    1. Danke - ich bin auch sehr froh, wieder was zu schreiben. :)

      Uhm, das ist eine gute Frage. Es gibt einen alkoholfreien Bitter-Sirup von Monin; ich glaube jedoch, das wird dann nur entfernt ähnlich. Angostura hat ein ziemlich eigenes Aroma... Aber einen Versuch ist es auf jeden Fall wert! Schlecht wird es sicher nicht schmecken. :)

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